Berlins Eco-Fashion Mekka

Ich war zum zweiten Mal auf der Berliner Fashionweek und habe auch dieses Mal den Green Showroom und die Ethical Fashionshow besucht. Es handelt sich hierbei um zwei im gleichen Gebäude stattfindenden Messen, auf welchen Labels mit fair und nachhaltig produzierter Mode vertreten sind. So viele Austeller wie diesmal, 160, hat es dabei vorher noch nie gegeben.

Es war schön dort wieder hinzugehen, weil man manche Labels, die in der letzten Saison schon dort waren wieder trifft und so seine Kontakte vertiefen kann. Außerdem herrscht auf dem Messe-Duo eine entspannte und persönliche Stimmung, was mit Sicherheit daran liegt, dass es trotz Zuwachs noch recht überschaubar ist. Zum Vergleich: Auf einer der Mainstream-Messen, der Premium, sind etwa 1000 Labels vertreten, die weitaus mehr Besucher anlocken, wie ich denke. Dennoch haben sich die Eco-Fashion Messen längst zu einem festen Anlaufspunkt für nationales und internationales Fachpublikum entwickelt. Dabei hätten laut der Kreativ-Direktorin der Ethical Fashionshow Michaela Schaffrin weder die Pariser noch die Londoner Modewoche grüne Messen, was Berlin zu einem internationalen Anlaufspunkt für diesen Bereich macht.

Da ich nun schon wiederholt auf den beiden Eco-Messen zugegen war, kann ich von meinem Eindruck her schon leichte Trends im Bereich der Ökomode feststellen. Es gibt zahlreiche Labels die sich dem Boho- und Ethnoschick widmen. Ein Beispiel ist das Label Ariadne’s Thread. Dabei handelt es sich jedoch nicht unbedingt um Fashion, die meinem Geschmack etspricht, aber da diese Art von Mode recht viel auf den beiden Messen vertreten ist, wollte ich sie in diesem Beitrag schon kurz erwähnen.

Deutlich präsent ist der Anteil an minimalistischen Designs und einfarbigen Basics. In der grünen Mode herrscht eine unübersehbare Vorliebe für zeitlose Designs vor, die mit der Idee zusammenhängt, dass Kleidung nicht in der nächsten Saison neu gekauft werden,  sondern abgenutzt und am besten im Anschluss zurückgegeben werden soll, damit die Materialien in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder verwendet werden können. So ist es etwa bei den Labels Curated Circularity und Mud Jeans. Die Produktion von Mode mit niedriger Qualität und kurzer Aktualität entspricht ferner nicht dem Gedanken der Nachhaltigkeit, weswegen hier überall auf gute Qualität gesetzt wird. Dabei wird die Kleidung zu durchschnittlichen bis gehobeneren Markenpreisen vertrieben.

Im Vergleich zur vergangenen Fashionweek gab es ein paar mehr „Hipsterlabels“, die mir besonders gut gefallen haben. Damit meine ich Mode, die von jungen, kunstaffinen digital Natives gemacht wird und die durch unkonventionelle aber tragbare Schnitte oder Prints auffällt. Solche Mode machen etwa dedicated, oder modt. Der Einfluss der kunstliebenden social media Netzwerke wie Instagram und Tumblr ist bei diesen Labels primär an ihrer Präsenz dort erkennbar, welche alles andere als selbstverständlich ist. Ferner benutzen sie Farben und Motive die spürbar den Trends zahlreicher virtueller Kunstgallerien und Themenseiten in diesen Netzwerken entsprechen, wie etwa dem @plastikmagazine, @plantsonpink, @uglythenewcute, @superhelder oder @youxart (alle auf Instagram). Die Farben sind knallig, es dreht sich darum sich nicht allzu ernst zu nehmen und vor allem Spaß zu haben. Warum mir diese beiden Labels besonders gut gefallen haben ist außerdem, weil sie Unisex Kleidung herstellen. Es gibt eine Linie für Männlein, Weiblein und alles was dazwischen liegt. Das finde ich cool. Mehr von solchen Labels, bitte!

Was mich im Übrigen sowohl dieses als auch letztes Mal sehr positiv überrascht hat ist die Auswahl an schönen, hochwertigen Taschen. Grüne Labels wissen wie moderne und schlichte Taschen aussehen. Hierfür lohnt es sich also allemal im Internet nach einer nachhaltigen Lösung für den Kauf seiner neuen Tasche zu suchen, vor allem bei den ganzen interessanten Materialien, die hier verwendet werden. Von Kork über veganem Leder aus recycelten PET-Flaschen über Segelstoffresten ist alles dabei.

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