Shopping: Recycelte Jeans von Denim Project

Das knallige Pink in der Tiefe des Geschäfts war es, das beim vorbeilaufen meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Der Laden wirkt dank der hohen Decken clean, obwohl er mit viel Dekoration und Farbe ausgestattet ist. Zwei Jahre hat die Ausarbeitung des Einrichtungskonzeptes und seine Umsetzung gedauert, doch seit gut zwei Monaten ist die Boutique des jungen dänischen Labels „Denim Project“, auf der Kastanienallee 63 in Berlin, eröffnet.

Jesper Kaiser, einer der Köpfe hinter dem Label und Eigentümer des Geschäfts, vertreibt hier nicht nur seine eigene Mode, sondern auch Teile anderer Labels und Vintage Klamotten, die den Streetfashion-Look von Denim Project ergänzen sollen. Das Label des jungen Designers hat sich auf Jeansstoffe spezialisiert. „Denim ist der primäre Look. Das was wir gut können. Wir haben also noch ein paar Key-Peaces extra entworfen, die unsere Jeansmode ergänzen sollen und haben unser Angebot darüber hinaus mit Teilen aufgefüllt, die gut zu unserem Stil passen.“

Im Eingangsbereich steht eine Druckmaschine, mit welcher man sich Sprüche auf die recycelten Shirts der Marke „Pure Waste“ drucken lassen kann. Die weißen, grauen und schwarzen Shirts werden zu 100% aus Stoffresten anderer Massenhersteller produziert. Auf diese Art und Weise möchte Jesper auch seine Jeans herstellen lassen.

Aus 98% recycelter Baumwolle und 2% Stretch sollen die Jeans von Denim Project bestehen. Um sich die Herstellung dieses Materials leisten zu können, muss Jesper jedoch zuerst etwa 2000 Paar Jeans zum Preis von jeweils 55 Euro verkaufen. Um mit der Herstellung des nachhaltigen Materials so schnell wie möglich beginnen zu können, hat das Label eine Aktion ausgerufen. Das Ziel ist 5000 Paar Jeans innerhalb von 60 Tagen zu verkaufen. Alle Kunden, die das Label mit dem Kauf einer Jeans unterstützen, bekommen bis Juni 2016 eine zweite Jeans aus dem neuen, recycelten Material geschenkt. „Man kauft sozusagen zwei Jeans zum Preis von einer“. Die gesamte Aktion dauert noch bis zum 18. Februar an.

Jespers Ziel ist es mit seiner Mode den „modernen Gentleman“ auf die Straße zu bringen. Dafür entwirft er aus früheren Jahrzehnten inspirierte Teile, die er mit modernen Schnitten versetzt. So etwa die Jacken seiner aktuellen Linie. Diese sind inspiriert von Vintage-Jacken aus den 70ern, Jesper hat ihnen jedoch eine engere Taille entworfen und den Kragen entfernt. Die meisten Shirts und Hemden, die in dem Store angeboten werden, haben außerdem eine nach unten verlagerte Hüfte, sprich den langen Schnitt, der sich in der Herrenmode gerade etabliert. Ein weiteres unentbehrliches Teil für den modebewussten Herren ist laut Jesper eine entsprechende Kopfbedeckung, weswegen in dem Store auch Hüte des südafrikanischen Labels Simon and Mary angeboten werden.

Neben dem modernen Gentlemen sieht Jesper die moderne Lady in Kleidern der 50er und 60er Jahre. „Die Kleider der 50er und 60er werden meistens mit Rockabilly in Verbindung gebracht und in diesem Stil getragen. Ich versuche die Kleidungsstücke aus dieser Rockabilly-Ecke rauszubringen und sie in einen neuen Kontext zu setzen.“

Ein Besuch im „Denim Project“ Store (oder auf der Website) lohnt sich für Schnäppchenjäger, Vintage Liebhaber, grüne Mode Befürworter oder solche, die sich zu fancy Orten hingezogen fühlen.

Links:
http://denimproject.dk/help-us-save-70000000-liters-of-water-in-60-days/
http://www.purewaste.org/

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